Tipps für das Sekretariat: So gelingt die perfekte Organisation des Bewerbungsprozesses

Junge Geschäftsfrau telefoniert mit Handy in Büro
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In der modernen Arbeitswelt, in der qualifizierte Fachkräfte zunehmend gefragt sind, ist ein strukturierter und effizienter Bewerbungsprozess für Unternehmen essenziell. Das Sekretariat übernimmt dabei zentrale Aufgaben, da es häufig den ersten Kontakt mit Bewerbern herstellt und maßgeblich zur reibungslosen Organisation des gesamten Prozesses beiträgt.

1. Klare Struktur: Der Grundstein für einen erfolgreichen Bewerbungsprozess

Eine klare Struktur ist das A und O eines gut organisierten Bewerbungsprozesses. Das Sekretariat sollte hierbei folgende Punkte beachten:

Direkte Erfassung und Dokumentation von Bewerbungen: Sobald eine Bewerbung eingeht, sollte sie schnellstmöglich erfasst und dokumentiert werden, idealerweise in einer digitalen Datenbank oder einem Bewerbermanagementsystem. Dabei sind alle relevanten Informationen wie Name, Kontaktdaten, angestrebte Position und Eingangsdatum festzuhalten. Ein Ampelsystem (z. B. grün für „sehr interessant“, gelb für „potenziell geeignet“, rot für „nicht passend“) erleichtert die schnelle Einordnung. Zudem kann die Verwendung von Schlagworten oder Tags die spätere Suche und Filterung deutlich optimieren.

Checkliste für die Vollständigkeit der Unterlagen: Eine erweiterte Checkliste stellt sicher, dass nicht nur alle erforderlichen Dokumente vorliegen, sondern auch deren Qualität überprüft wird. Wichtige Dokumente sind Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse (max. sechs Monate alt) und ggf. branchenspezifische Unterlagen wie Portfolios oder Publikationslisten. Bei fehlenden Dokumenten kann das Sekretariat schließlich proaktiv auf den Bewerbenden zugehen und um Nachreichung bitten.

Klare Definition von Zuständigkeiten: Eine klare Aufgabenverteilung im Bewerbungsprozess ist enorm wichtig. Das Sekretariat sollte die zuständigen Personen und deren Verantwortlichkeiten kennen, um Anfragen gezielt weiterzuleiten und den Ablauf zu steuern. Ein Prozessdiagramm kann dabei helfen, alle Schritte übersichtlich darzustellen und Zuständigkeiten eindeutig festzulegen.

2. Effiziente Kommunikation: Der Schlüssel zu einem positiven Bewerbererlebnis

Eine transparente Kommunikation trägt maßgeblich zu einem positiven Bewerbererlebnis bei. Folgende Aspekte sollten daher beachtet werden:

Zentrale Ansprechpartner für Rückfragen: Bewerber müssen wissen, an wen sie sich wenden können. Das Sekretariat sollte hierbei Kontaktdaten wie E-Mail und Telefonnummer klar kommunizieren. Zusätzlich können moderne Kanäle wie ein Chat-Bot oder Social-Media-Anfragen den Prozess erleichtern.

Versand von Eingangsbestätigungen: Jede Bewerbung sollte bestätigt werden. Automatisierte E-Mails sparen dabei Zeit, sollten aber dennoch personalisiert sein. Ein FAQ-Bereich kann zudem häufige Fragen direkt klären und ein kurzer Ausblick auf die nächsten Schritte sorgt für Transparenz.

Frühzeitige Kommunikation von Zeitplänen und Fristen: Bewerber sollten frühzeitig über Fristen, Auswahlprozesse und Gesprächstermine informiert werden. Falls es zu Verzögerungen kommt, wirkt eine proaktive Kommunikation sehr aufmerksam.

3. Optimales Terminmanagement: Effizienz und Flexibilität im Fokus

Ein Terminmanagement erleichtert die Koordination von Vorstellungsgesprächen und anderen Auswahlverfahren, sofern die folgenden Punkte beachtet werden:

Verwendung von Planungstools: Digitale Lösungen für Assistenzen und Sekretariatskräfte als auch Tools wie Outlook oder spezielle HR-Software vereinfachen die Terminkoordination erheblich. Sie bieten eine Übersicht über verfügbare Zeitfenster und ermöglichen eine schnelle Abstimmung mit allen Beteiligten. Viele dieser Tools lassen sich zudem mit Videokonferenz-Software verbinden, um Remote-Interviews zu ermöglichen.

Mehrere Terminvorschläge anbieten: Um den Bewerbern entgegenzukommen und den Prozess zu beschleunigen, sollten verschiedene Terminvorschläge gemacht werden. Ein Online-Buchungssystem, das es Bewerbenden ermöglicht, aus einer Auswahl festgelegter Termine zu wählen, kann diesen Schritt noch effizienter gestalten.

Pufferzeiten einplanen: Zwischen den Gesprächen sollten ausreichend Pufferzeiten für Verzögerungen oder eine gründliche Vorbereitung eingeplant werden. Auch unvorhergesehene Ereignisse wie technische Probleme oder Nachbesprechungen im Team sollten berücksichtigt werden, um einen reibungslosen Ablauf, insbesondere bei Videokonferenzen, sicherzustellen.

4. Datenschutz und Dokumentation: Sorgfalt und Sicherheit im Umgang mit Bewerberdaten

Der korrekte Umgang mit Bewerberdaten ist gesetzlich vorgeschrieben und ein wichtiger Vertrauensfaktor. Daher sollten folgende Punkte stets beachtet werden:

DSGVO-konforme Weiterleitung von Bewerbungsunterlagen: Bewerbungsunterlagen enthalten sensible persönliche Daten. Das Sekretariat muss sicherstellen, dass diese nur an berechtigte Personen weitergeleitet werden und dabei die DSGVO-Vorgaben beachtet werden. Hierfür empfiehlt sich der Einsatz verschlüsselter E-Mails oder sicherer Datentransfersysteme.

Sichere Ablage von Dokumenten: Eine zentrale und geschützte Ablage ist unerlässlich. Ein digitales Dokumentenmanagementsystem oder eine sichere Cloud-Lösung bieten Schutz. Zusätzlich sollten automatische Löschroutinen für Bewerberdaten nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen implementiert werden.

Effiziente Feedback-Organisation: Ein strukturierter Prozess für das Sammeln und Zusammenführen von Feedback ist wichtig. Standardisierte Bewertungsbögen und festgelegte Fristen können dabei helfen, die Rückmeldungen systematisch zu organisieren.

5. Wertschätzender Umgang: Grundlage für positive Kandidatenerfahrungen

Ein respektvoller Umgang stärkt das Unternehmensimage und wirkt sich positiv auf zukünftige Rekrutierungen aus:

Freundliche und respektvolle Kommunikation: Jede Interaktion sollte stets freundlich und respektvoll sein – sowohl in der schriftlichen als auch in der mündlichen Kommunikation. Tipp: Entwickeln Sie interne Richtlinien für den Kommunikationsstil und bieten Sie Schulungen in interkultureller Kommunikation an.

Angenehme Atmosphäre bei Vorstellungsgesprächen: Das Sekretariat kann durch kleine Gesten, wie Getränke oder eine freundliche Begrüßung, für eine einladende Atmosphäre sorgen. Ein spezieller Wartebereich mit Unternehmensinformationen oder eine kurze Führung durch relevante Bereiche vor oder nach dem Gespräch trägt ebenfalls dazu bei. Achten Sie darauf, dass der Interviewraum gut temperiert, belüftet und störungsfrei ist.

Regelmäßige Statusupdates für Bewerbende: Informieren Sie regelmäßig über den Stand der Bewerbung. Dies nimmt Unsicherheiten und zeigt Wertschätzung. Tipp: Setzen Sie ein automatisiertes System ein, das Bewerber in festgelegten Intervallen über den Status informiert, auch wenn es keine neuen Entwicklungen gibt. Bieten Sie zudem die Möglichkeit, den Bewerbungsstatus online einzusehen.

Konstruktives Feedback nach Absage: Nutzen Sie die Gelegenheit nach einer Absage, um den Bewerbenden konstruktives Feedback zu geben. Viele Bewerber erstellen ihre Unterlagen mithilfe von kostenlosen Bewerbungsvorlagen. Bei etwaigen Verbesserungspotenzialen können Sie kleine Hinweise geben, die ihnen helfen, ihre Bewerbungsunterlagen für zukünftige Bewerbungsprozesse weiter zu optimieren. Dies stärkt nicht nur den Bewerber, sondern unterstützt auch gleichzeitig das Employer Branding, da das Unternehmen als wertschätzend und hilfsbereit wahrgenommen wird.

6. Häufige Fehler vermeiden: Möglichkeiten für eine kontinuierliche Verbesserung

Um den Bewerbungsprozess kontinuierlich zu verbessern, ist es entscheidend, wiederkehrende Fehler zu erkennen und aktiv zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem:

Unklare Zuständigkeiten: Wenn nicht eindeutig festgelegt ist, wer für welche Aufgaben zuständig ist, kann es zu Verzögerungen und Missverständnissen kommen. Eine klare Aufgabenverteilung und regelmäßige Teamabstimmungen helfen, dies zu verhindern. Eine detaillierte Verantwortlichkeitsmatrix (RACI-Matrix) für jeden Schritt im Bewerbungsprozess sorgt für Klarheit über die Zuständigkeiten.

Mangelnde Transparenz und ehrliche Kommunikation: Bewerber schätzen Ehrlichkeit und Offenheit. Unklare Aussagen oder das Zurückhalten von Informationen führen zu Frustration. Das Sekretariat sollte stets transparent kommunizieren, auch wenn es um unangenehme Nachrichten geht.

Fehlende Rückmeldungen oder Absagen: Nichts ist frustrierender für Bewerbende als keine Rückmeldung zu erhalten. Das Sekretariat sollte ein System einrichten, das sicherstellt, dass alle Bewerber eine Antwort bekommen – sei es eine Einladung zum Gespräch oder eine freundliche Absage.